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PinnwandYaara Tal & Andreas GroethuysenAndreas GroethuysenYaara Tal

Yaara Tal und Andreas Groethuysen

Das Lebenszentrum des Duos ist natürlich die Musik. Genauer gesagt, alles was mit „Klavierduo-Musik“ zusammenhängt. Eigentlich ist das schon ein Fulltime-Job, betrachtet man den Zeitaufwand für Programmkonzipierung, Korrespondenzen mit Agenturen und Schallplattenfirma, die eigentliche Arbeit am Klavier, Recherchen, Texte-Verfassen etc. etc. Weltbewegende Hobbies sind daneben kaum realisierbar...

Trotzdem hat das Duo etliche Interessen auch außerhalb des Klavierspiels. Teilweise sind dies Tätigkeiten, die jeder für sich ausübt, und manchem wird von Andreas & Yaara gemeinsam nachgegangen.


Hans Gött

Zur zweiten Gruppe gehört die Beschäftigung mit dem Münchner Maler Hans Gött (1883 - 1974). Es ist eine ziemlich kuriose Geschichte - und der Raum hier ist vielleicht nicht der richtige, um alles zu erzählen -, aber in den letzten Jahren „landete“ der umfangreiche Nachlass dieses produktiven Malers, der, wie Andreas recht spät erfahren hat, sein Großvater war, im Haushalt des Duos. Es handelt sich dabei um Ölgemälde, Aquarelle, Radierungen, Drucke, Bleistiftszeichnungen, Buchillustrationen etc.

Diejenige Werke, die auffällige Schädigungen aufwiesen, hat das Duo restaurieren lassen und auch etliche Bilder neu rahmen lassen. Gegenwärtige Hauptbeschäftigung ist, die Arbeiten zu fotografieren und zu katalogisieren. Eine professionelle wissenschaftliche Aufarbeitung des gesamten Œuvres wäre das Fernziel.

Hans Gött war in der Vorkriegszeit ein anerkannter Maler, und seine Werke haben in bedeutenden Museen wie die Lenbach Galerie, die Pinakothek der Moderne oder die Staatliche Graphische Sammlung Aufnahme gefunden.

Da Gött aus Überzeugung nur gegenständlich gemalt hat, war sein Werk kommerziell für die Nachkriegszeit nicht mehr „relevant“ und er wurde seitdem weniger ausgestellt. Ausnahme bildeten u.a. Ausstellungen, die denjenigen Malern gewidmet waren, die Anfang des 20. Jahrhunderts in der Akademie Matisse in Paris studierten. Dazu zählte Hans Gött, dessen Werk unverkennbar französische Einflüsse birgt, allerdings auch eine ganz eigene Sprache zum Ausdruck bringt. Man könnte sagen, dass ein besonderes Charakteristicum der Werke Götts deren innere Ruhe ist, das Wegbleiben jeglichen Wunsches, dem Betrachter zu imponieren, eine Geschichte zu erzählen, geschweige denn eine politische-gesellschaftliche Aussage zu formulieren. Es geht ihm um die schiere, zwecklos abbildende Wiedergabe sei es der Natur (Landschaft) oder des Menschen (Akt, Portrait).

Hier findet sich eine kleine Auswahl aus dem umfangreichen Oeuvre von Hans Gött.

www.hans-goett.de

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Orlandus Lassus Stiftung

Ein wohltätiges Engagement, das in erster Linie Yaara in Anspruch nimmt, ist die Arbeit im Kuratorium der Orlandus Lassus Stiftung. Diese Stiftung, die satzungsgemäß dem Rotary Club München-International gehört, unterstützt begabte und gleichzeitig bedürftige Studenten der Hochschule für Musik und Theater in München. Es werden jährlich zwei Stipendien à € 6,000 nebst punktuellen Sachleistungen vergeben. Wie so oft bei rotarischen Projekten werden langjährige, nahe menschliche Beziehungen zu den (Ex-) Stipendiaten gepflegt und sie auch weiterhin unterstützt (in rechtlichen oder anderen Belangen).

Andreas und Yaara, die selber früher Studenten an der Münchner Musikhochschule waren, treten regelmäßig in Benefizkonzerten der Stiftung auf. So z.B. im März 2008 im Großen Saal der Hochschule (Fotos)

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Internationale Max Reger Gesellschaft

Als Yaara Tal und Andreas Groethuysen sich 1985 als Klavierduo zusammentaten, wählten sie für ihren allerersten Klavierabend ein Programm aus, das u.a. ein Werk des Komponisten Max Reger beinhaltete. Es waren die Sechs Burlesken op.58 für Klavier zu vier Händen. Das Duo fand diese Miniaturen einfach köstlich witzig und atemberaubend virtuos. Max Reger gehört zu einer Reihe von Komponisten, deren Name bekannt ist, aber deren Kompositionen eher selten im Konzertleben präsentiert werden.

Die Frage nach dem Warum ist schon gerechtfertigt, aber damit diese Frage eines Tages gar nicht mehr gestellt werden muss, engagiert sich das Duo seit Jahren in der Internationalen Max Reger Gesellschaft, die in Karlsruhe ihren Sitz hat und in der Yaara den Posten des Vize-Präsidenten inne hat.

Also, warum tut sich Max Reger so schwer die Bühnen zu erobern? Erstens haben es viele Komponisten erst lange nach ihrem Tod zu wahrer Berühmtheit gebracht (denken wir in letzter Zeit an Mahler - und in anderem Maßstab auch an Conlon Nancarrow).

Zweitens macht es Reger uns nicht leicht: Die Musik ist stets sehr komplex und fast immer übervoll. Da muss man als Konsument (hörenderweise) und erst recht als Interpret ausdünnen, die Vielfalt an klanglichen Informationen filtern, hierarchisieren, auf das Wesentliche reduzieren, damit man die Schönheit und Genialität der Erfindung wahrnehmen kann. Das ist keineswegs leicht! Kann bisweilen äußerst mühsam sein, ist aber meist sehr lohnend!

Anderseits wiederum kann das Duo eines seiner Konzerte als ein ganz besonderes Highlight aufzählen, und dies dank eines Werkes von Max Reger: Es war anlässlich einer Aufführung der Suite op. 16 von Reger, die ursprünglich für Orgel komponiert wurde (Das Duo hat die vierhändige Klavierversion des Komponisten uraufgeführt). Dies ausgedehnte Werk hat Reger in einer Phase großen Selbstzweifels geschrieben und sich durch diese so intensive Produktion geradezu aus der Krise herauskatapultiert. Das Werk hat durchaus eine religiöse Komponente, die aber nicht vordergrundig kirchlich, sondern tiefmenschlich ist. Diese wahre Stimme hatte sich nun im Konzert selbstständig gemacht und das Duo geführt. Es ist schwer zu beschreiben, aber das Gefühl war, als ob man als Spieler alles loslassen kann, sich einfach dem Werk übergeben, überlassen kann. Solches sind die glücklichsten Momente auf der Bühne. Dies geschah aber auch seitdem nie wieder...

Damit solche Erlebnisse keine Einzelfälle bleiben und das breite Publikum öfters in den Genuss dieses einmaligen Schöpfers kommt, engagiert sich das Duo im Rahmen der Gesellschaft, die intensiv mit dem Kulturamt der Reger-Stadt Weiden und mit dem Max Reger Institut in Karlsruhe zusammenarbeitet.

www.max-reger-institut.de

 

Private Bildergalerie

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Fingersetzen

Das ist Andreas’ Domäne! Es gibt auf dieser Welt wahrscheinlich wenig Pianisten, die so viel Ahnung von den Möglichkeiten des idealen (und gleichzeitig variablen) Fingersatzes haben (Mit „Fingersatz“ bezeichnen wir die intuitive oder bewusste Entscheidung, welchen der zehn Finger auf eine bestimmte Taste zu setzen). Dies ist nämlich eine wahre Kunst! Die richtige Entscheidung soll ein flüssiges Spiel ermöglichen, dabei die Spannung in der Hand auf Dauer möglichst gering halten und - das ist das Wichtigste - dem Ausdruck der Musik dienen.

Andreas’ Fähigkeit wurde vor allem vom G. Henle Verlag erkannt und er wird regelrecht bestürmt, neue Editionen zu befingersatzen zum Wohle des lesenden Pianisten. Mittlerweile hat Andreas riesige Erfahrung gesammelt und kann mit Sicherheit und Eleganz die kniffligsten Stellen entwirren oder zumindest erleichtern.

Diese Arbeit macht er oftmals abends oder nachts - zu Yaaras Unglück, die am liebsten seine Gesellschaft in Anspruch genommen hätte...

 

"Laudatio für Salome Kammer"

Der Schwabinger Kunstpreis, gestiftet von der Stadtssparkasse und vom Kulturreferat der Stadt München ausgelobt, wird jährlich an drei Personen verliehen. Im 2105 durfte auch die Sängerin und Schauspielerin Salome Kammer diese Auszeichnung entgegennehmen, und sie hat mich gebeten die Laudatio auszusprechen. Es war das erste Mal, das mir diese Rolle angeboten wurde, und nach einem Zögern konnte ich freudig und etwas aufgeregt folgenden Text vortragen:

Yaara TalSalome KammerSalome KammerKunstpreis

Debussy

Claude Debussy
Werke für zwei Klaviere
Fingersatz von Andreas Groethuysen

"Sieben Letzte Worte"

Die Beschäftigung mit Haydns Passionsmusik streckte sich über einer Phase von drei Jahren. Das Thema hat mich immer fasziniert, und die darin enthaltene Botschaft hat mich seit meiner Jugend unbewusst angezogen.

Um so mehr ist es bezeichnend, dass diese CD justament im Jahr 2013 aufgenommen wurde, in einer Lebensspanne, die für mich persönlich als schicksalhafte erwies. Einige Gedanken zu dem Werk und zu dem CD-Konzept (Eine Zusammenstellung mit Miniaturen von Schönberg und Bartok) befinden sich in den beiden beigefügten Artikeln.

 

"Zurück vom Ring!"

Parallel zur Einstudierung des Programms "Die Berauschten" (Wagner-Debussy) entwickelte Yaara ein Erklärungsmodel, um die enigmatische Erscheinung von "En blanc et noir" zu erhellen. Ihre eigenwillige Erkenntnisse sind nun im Aufsatz "Zurück vom Ring!" zusammengetragen und sind ab sofort hier zum Download bereit.


Destillation als Projekt - Der Komponist Tom Sora

Interview von Yaara Tal
Sendereihe KlangArt vom 14. 11. 05 in Radio Bayern 2

Seven Last Words